Mittwoch, 21. April 2010

Preview »Lichtbringer«

Im Juni soll er offiziell erscheinen - »Lichtbringer«, der dritte und letzte Teil meiner Geschichte der Finstervölker. Er wird also wohl schon im Mai in den Buchhandlungen liegen, und im Mai bin ich weg. Ich habe mich also entschlossen, weil sich die fertige Homepage dadurch etwas verzögern wird, schon mal eine Vorschauseite für den Roman online zu bringen.

In der "Romanecke" findet der interessierte Leser jetzt schon mal eine kurze Inhaltsangabe zum Buch. Viel Spaß beim schauen!

»Lichtbringer« ist der Nachfolgeband der »Gefährten des Zwielichts« und vom »Tag der Messer«, aber wie zuvor schon ist es ein eigenständiger Roman, den man auch ohne Kenntnis der beiden vorangegangenen Bücher lesen kann. Weiteres dazu folgt dann im Juni, wenn der Roman erschienen ist.

Montag, 12. April 2010

Der Ul-Qoma-Simulator

Gerade habe ich die Übersetzung des neusten Mieville-Romans lektoriert, »Die Stadt und die Stadt«. Darin geht es um einen Kriminalfall in zwei unterschiedlichen Städten und Staaten, die sich rein physikalisch denselben Raum teilen und sich dementsprechend überlagern. Doch so viel nur zu Erklärung, denn eigentlich wollte ich etwas anderes ansprechen.
  Was ich in dem Buch nämlich besonders lustig fand, war die Erwähnung eines »Ul-Qoma-Simulaturs«. Ul Qoma ist eine der beiden Städte im Roman, und in diesem Simulator konnte man sie virtuell aufsuchen. Was mich gleich auf die Idee gebracht hat, ob sich so etwas nicht in der Realität umsetzen ließe - nämlich als Computerspiel, das sich an Mievilles Setting anlehnt.


Ich stelle mir das reizvoll vor. Der Spieler streift durch die Stadt und muss, ganz wie im Buch, einen Kriminalfall lösen. Dabei besucht er Leute und Orte, und alles, was zu der Stadt gehört, in der er sich gerade befindet, ist ein wenig hervorgehoben, die fremde Stadt ein wenig »unscharf«. Dabei kann der Spieler zunächst in der einen Stadt ermitteln, dann in der anderen - wenn er aber jemals seine Stadt »verlässt« und illegal einen Ort aufsucht, eine Person befragt, die eigentlich nicht in seiner Stadt ist, dann ist das Spiel vorbei, oder er verliert ein Leben oder was auch immer ...
  Es ginge also nicht nur darum, den Fall zu lösen, sondern zugleich müsste man immer noch gut auf seine Umgebung aufpassen, um keine Fehler zu machen, keinen Fehlgriff. Und die eigentliche Lösung des Spiels könnte man dann im »Dazwischen« ansiedeln - an Orten und mit Personen, die sich zwischen den Städten verstecken und immer so tun, als gehörten sie in die andere.
  Die wirklich wichtigen Lösungsansätze wären somit in beiden Städten »unscharf«, und im Zuge seiner Ermittlungen müsste der Spieler genau diese Elemente aufspüren. Es ginge dann darum, herauszufinden, in welcher Stadt sich die getarnen Elemente in Wahrheit befinden, damit man ihrer habhaft werden kann.
  So oder so ähnlich stelle ich mir das jedenfalls vor.


Ein Ul-Qoma- und Beszel-Simulator gleichzeitig also, für den heimischen Computer, auf dem man die Geheimnisse beider Städte erkunden kann und Mievilles Konzept auch virtuell ausreizen.
  Vielleicht wird das ja irgendwann einmal umgesetzt ;-)

Dienstag, 6. April 2010

RPC und Award

Was Neues zu den »Gefährten des Zwielichts« - die wurden nämlich für den »RPC-Award« nominiert, und wer will, der kann jetzt noch dort vorbeischauen und seine Stimme dafür abgeben (oder auch für einen anderen Titel seiner Wahl - aber das sehen wir hier nicht so gern ;-) ): <Link>


Der RPC-Award ist ein Gemeinschaftsprojekt der RPC und der Computerspiele-Zeitschrift Games Orbit. Da hoffe ich jetzt natürlich, dass nicht nur Computerspieler ihre Stimme abgeben, denn ein »Roman zum Spiel« ist auch unter den Nominierten.


Die »RPC« ist übrigens eine Veranstaltung zu Rollenspiel und Fantasy und findet Mitte des Monats auf dem Kölner Messegelände statt. Ein wenig Rollenspiel, viel Computerspiel und auch viele sonstige Angebote rings ums Thema - Kostüme, Workshops, ein kleiner Mittelaltermarkt ...
  Ich selbst bin wieder mit einer Lesung vertreten, am Samstag dem 17.4. ab 11:00 Uhr im Lesecafe am Werkzeugs-Stand. Jetzt, wo die »Gefährten« auf dem Con nominiert sind, werde ich wohl auch daraus noch etwas lesen, und aus den »Messern«. Vielleicht ist schon ein Preview zum neuen »Lichtbringer« drin.
  Wer am 17. also in Köln ist - wir sehen und hören uns hoffentlich im Lesecafe!

Montag, 5. April 2010

Ein Wort zu Ostern

Heute in der Tageszeitung konnte ich, passend zu den Feiertagen, von einem derzeit aktuellen theologischen Streit lesen: War die Passion Christi ein Opfertod, durch den die Menschen von der Sünde gereinigt wurden, oder ist diese Anschauung ein zeitbedingter, von Menschen in die Religion eingebrachter Atavismus, eine Relativierung der göttlichen Liebe gar, da Gott natürlich kein solches Opfer braucht und das Schicksal seines Sohnes somit einzig als Zeichen seiner Hingabe an die Menschheit zu verstehen ist?


Nun, meine Meinung ist: Man kann sehr gut an der klassischen Deutung festhalten, wenn man sie schlichtweg symbolisch versteht. Was prinzipiell bei biblischen Inhalten nicht ungewöhnlich wäre.
  Denn die »Erbsünde« ist ja nichts anderes als die Frucht vom Baum der Erkenntnis, die Fähigkeit, selbstständig Gut und Böse zu unterscheiden und damit eine Abwendung vom kindlich-naiven Urvertrauen in höhere, »elterliche« Autoritäten und speziell in Gott. Jesus hingegen steht historisch betrachtet für den Durchbruch der Offenbahrungsreligion, in der das Wort mehr zählt als die eigene Erkenntnis - was in der Tat eine Überwindung dieser Ursünde darstellt und die Rückkehr zum blinden Vertrauen in das göttliche Wort.
  Die Passionsgeschichte stellt diesen Vorgang besonders pointiert dar. Denn Jesus folgt dabei vertrauensvoll dem von Gott vorgegebenen Schicksal, bis in den Tod - und ohne den Sinn dahinter zu erkennen, wie in seinen letzten Worten zum Ausdruck kommt.


Ob man den Übergang von der »Erkenntnis« zum »Glauben«, vom selbsterkennenden und selbstbestimmenden Individuum mit eigener Sinngebung zum geführten, vertrauenden Menschen, nun als erstrebenswert oder als eine Fehlentwicklung ansieht - die Deutung von Jesu Tod als »Überwindung der Erbsünde« wirkt nach dieser Betrachtung im Gesamtkontext jedenfalls stimmig und wird durchaus auch einem modernen Blick auf die Religionsgeschichte gerecht.
  Womöglich wussten die Autoren der Bibel an dieser Stelle also doch ganz genau, was sie gesagt haben, und waren keinesfalls nur in mystisch-archaischem Opferdenken gefangen, sondern sehr wohl in der Lage, eine zeitlose Wahrheit über den Glauben und den Kern der Offenbarungsreligion zu tätigen.