Mittwoch, 2. April 2008

Löffelei mit dem Löffel-Ei

Ein wenig spät, um jetzt noch mit einem Oster-Thema zu kommen. Aber das Blog hinkt eh etwas zurück, und so gibt es wenigstens ein Happy End zu der Geschichte. Doch dazu später mehr ...


Jedenfalls will ich heute von den Löffel-Eiern erzählen, die Milka seit einigen Jahren regelmäßig zu Ostern anbietet. Wer sie nicht kennt: Das sind Schoko-Eier, die mit einer Milchcreme gefüllt sind. Sie werden mit einem kleinen Plastiklöffel ausgeliefert, mit denen sich die Creme wie ein richtiges Ei auslöffeln lässt. Albern. Aber die Dinger sind saulecker! Seit ich sie entdeckt habe, gehören sie zu jedem Osterfest dazu.
  Am Anfang war die Welt somit in Ordnung. In jeder Packung mit vier Löffeleiern gab es zwei Sorten: Zwei Eier waren mit weißer Milchcreme gefüllt, die beiden anderen mit Schokocreme. Doch vor zwei Jahren begann der schleichende Niedergang des Produkts. Die Schokocreme fehlte.
  Als wir die erste Packung mit vier weiß gefüllten Eiern bekamen, glaubten wir noch an ein Versehen, einen Fehler bei der Befüllung. Doch die Schokocreme blieb verschwunden. Ein empfindlicher Verlust an Vielfalt beim Löffeln. Und dann, im letzten Jahr, der nächste Schock: Es gab ein hohles Ei in der Packung, eines ganz ohne Füllung, weder Milch- noch Schokocreme. Das war dann nicht nur ein Verlust an Vielfalt beim Löffeln, sondern zu löffeln gab's da gar nix mehr!
  Da glaubte ich noch an ein Versehen, einen Fehler bei der Befüllung, jedoch ... das konnte ich nicht mehr überprüfen. Denn das hohle Ei war in der letzten Packung des letzten Jahres, und in diesem Jahr setzte sich der Schwund bei dem Produkt so weit fort, dass es ganz verschwand. In ganz Leichlingen habe ich diese Ostern kein Löffelei gefunden.
  Wenigstens ein sanfter Abschied, könnte man sagen ... Trotzdem war ich so sauer, dass ich in diesem Jahr gar keine Ostersachen gekauft habe. So was halte ich immer für ein probates Mittel, um den Handel darauf hinzuweisen, dass er nicht das anbietet, was ich haben will.


Doch nun zum Happy End: Wir hatten uns also damit abgefunden, dass es keine Löffeleier mehr gibt. Und dass ich nie wieder Ostersüßigkeiten kaufen kann (Okay, ja - ich weiß: Ich bin etwas radikal in diesen Dingen). Aber zwei Tage nach Ostern kam eine Werbemail von einem Süßwarenversand. Und darin angeboten wurden - Löffeleier zum halben Preis; Restbestände von Ostern.
  Anscheinend also gab es sehr wohl noch Löffeleier. Nur eben nicht bei den üblichen Läden in meinem Heimatort. Und es wundert mich ehrlich gesagt auch nicht, dass sie Restbestände zum halben Preis verkaufen müssen, wenn die Firma zu Ostern "schwer zu kriegen" spielt.
  Und das war dann das Happy End der Geschichte: eine fette, nachträgliche Osterbestellung beim Versandhandel, die heute angekommen ist. Hmmm ...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe mir dein Posting mehrmals durchgelesen und bin überzeugt davon, dass es eine tiegründige Analyse des Fantasygenres in Deutschland ist. Wahrhaftig Hochliteratur! Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich dir recht gebe! Löffeleier! Yup! Hahaha. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Jeder intelligente Mensch sieht sofort das Offensichtliche!

Ich habe übrigens die Löffeleier nie gekauft, obwohl ich mir immer fix vorgenommen habe es einmal zu probieren. Aber zu kompliziert schien mir ein Schokoladeprodukt, das man auslöffeln kann! In Wien, wo Troll und Bergsteiger einander Gute Nacht sagen, stehen wir eher auf die härteren Zuckerwaren, wenn du verstehst was ich meine.

Zu Ostern hab ich mir auch keine Ostersüssigkeiten gekauft. Warum? Sie sind einfach viel zu teuer! Für den goldigen Lindt Schokohasen muss man schon mal 3 Euro berappen! Das ist doch ein bisschen zu viel, oder? Deshalb habe ich abgewartet. Jetzt kaufe ich all die Lindt Schokohäschen um 99 Cent auf! Mhm. Besonders die afro-austrianischen Häschen mit über 70% Kakaoanteil sind sehr zu empfehlen!

Milka gefällt mir nicht mehr so sehr wie früher. Die Milchschokolade brennt sich zu penetrant auf meine sensible Zunge ein. Vergleiche z.B. die Mousse au Chocolat Versionen von Milka mit den Mousse au Chocolat Variationen von Lindt. Lindt bietet ja die NOIR Variante an, wo der Überzug nicht aus Milchschokolade ist. Es liegt viel angenehmer im Mund.

Aber als Lindt seine Produkte in die Wiener Supermärkte platzieren wollte geschah etwas Faszinierendes: Nur Noisette und Lait wurden gestapelt, Noir war zuerst in einigen Filialen zu finden, dann verschwanden sie auch dort. Ich wollte aber unbedingt Noir haben! Aber keine Chance! Überall nur die beiden anderen Sorten. Schließlich fand ich vor einigen Tagen beim SPAR die Noir Variation und bin wieder glücklich.

In Wien gibt und gab es übrigens nie eine Shortage an Löffeleiern, um wieder zum Thema des Postings zurückzukehren. Vielleicht ist der Mangel in deinem Heimatort darauf zurückzuführen, dass es nicht die Hauptstadt ist, ja nicht einmal eine Metropole? Selbst hier in Wien, wo Männer und Frauen in stinkenden Tierfellen herumrennen und sich mit schwarzem Fett die Gesichter schminken sind die Löffeleier überall zu haben! Selbst jetzt noch!


Der Osterlöffel zum Gruß!!!

Ein Schokoladefan

Lomax hat gesagt…

Wenn du der Ansicht bist, die deutsche Fantasy verhielte sich wie die beständig dahinschwindenden Löffeleier, hast du dafür ja auch eine ähnliche Gegenstrategie gewählt und verweigerst den Kauf. Dieses Verhalten allerdings wollte ich durch mein Post keinesfalls billigen. Ganz im Gegenteil, als Anbieter auf diesem Markt sehe ich mich kompetent, dir zu empfehlen: Kauf, was angeboten wird, und sei zufrieden damit!
In Zukunft muss ich mir die Inhalte meiner Einträge wohl genauer überlegen, um nicht etwa unerwünschte Signale zu verbreiten.

Deine Erfahrungen mit fehlenden Varianten im Angebot halte ich übrigens für den Ausdruck eines anderen beklagenswerten Phänomens, dem ich mich noch mit einem anderen Beitrag widmen werde.
Und Osterware grundsätzlich nach Ostern verbilligt zu kaufen, kann auch nach hinten losgehen. In den letzten Jahren waren die begehrten Produkte in der Regel schon vor den Feiertagen ausverkauft. Das dürfte dieses Jahr nur wegen des frühen Termins anders sein.