Mittwoch, 22. Juli 2015

Wer findet den Fehler?

Ein Beispiel aus dem Leben eines Lektors - heute zu lesen gekriegt:

"Die Blumenwiese bietet einen reich gedeckten Tisch für alle Vögelarten."

Mittwoch, 15. Juli 2015

Die Bahn - Premium Preis, null Service

Seit der Freigabe der Strecken fahre ich bevorzugt Fernbus. Während mit den Bussen ein günstiger Konkurrent eingestiegen ist, hat die Bahn ihre Sonderangebote eher abgebaut. Bis vor kurzem habe ich nie mehr als ca. 120 Euro für eine Hin- und Rückfahrt nach München bezahlt (die Strecke fahre ich mindestens zweimal im Jahr). Seit letztem Jahr habe ich mehrfach versucht, so eine Fahrt zu buchen, und nie weniger als 100 Euro für eine einzelne Fahrt geboten bekommen.
  Sprich, die Bahn muss die Zahl ihrer Sonderangebote (die’s ja immer noch gibt) spürbar verringert haben.
  Für den Fernbus kriege ich problemlos ein Ticket für 10 Euro. Wenn es etwas schneller und komfortabler sein soll, zahle ich auch mal 20 Euro. Mehr als 25 Euro habe ich für ein Ticket nach München noch nie bezahlt. Macht eine Differenz von 150 Euro für Hin- und Rückfahrt. So viel Geld ist die etwas schnellere Fahrt und der größere Komfort bei der Bahn meist doch nicht wert.

Wenn, ja wenn es die schneller Fahrt und den größeren Komfort, den Fahrpläne und Zugbeschaffenheit versprechen, tatsächlich gibt. Da man nicht alle Strecken mit dem Fernbus fahren kann, stelle ich die Bahn diesbezüglich immer wieder auf die Probe. Und zu meinem Schrecken muss ich sagen:
  In diesem Jahr habe ich nicht eine Bahnfahrt erlebt, bei der der Zug auch nur halbwegs fahrplanmäßig ankam, oder überhaupt die Strecke durchfahren konnte, die ich gebucht hatte.
  Bei meinen ersten Fahrten schlug mir regelmäßig der Bahnstreik dazwischen. Als ich jetzt meine Eltern besuchen wollte, war ich also froh, dass wenige Tage vorher die Einigung im Tarifstreik verkündet wurde und der Streik endgültig abgesagt war. Dann müsste jetzt ja alles klappen, dachte ich mir ...
  Pustekuchen!
  Zuerst war es die S-Bahn von München nach Ebersberg, die in Grafing Bahnhof plötzlich nicht mehr weiterfuhr. Die Durchsage war nicht verständlich, und während wir Fahrgäste noch rätselten, was zu tun ist (Die Anzeige am Bahnhof sagte, der Zug fährt weiter nach Ebersberg, eine Durchsage verwies uns auf Gleis 2, der Schaffner am Bahnsteig schickte die Fahrgäste in die entgegengesetzte Richtung), verlor ich meinen Koffer aus den Augen und saß ohne Gepäck im falschen Zug. Den Koffer habe ich wiederbekommen, aber der Stress blieb an mir hängen.
  Auf der Rückfahrt dann die BOB von Bayrischzell nach München. Am Bahnsteig erfuhr ich, dass die Strecke gesperrt ist und ein Schienenersatzverkehr fährt - super, eine Stunde Verspätung. Anschluss verpasst. Doppelt ärgerlich, dass das keine überraschende Unterbrechung war, sondern eine geplante Baustelle, sprich: Bei der Buchung wusste die Bahn schon, dass die Verbindung so nicht fährt. Hätte man mir das angezeigt, hätte ich mich drauf einstellen können. Als registriertem Nutzer hätte die Bahn mir auch noch eine Mail schicken können.
  Tatsächlich musste ich erst zum Bahnsteig gehen, um von einem Hinweis auf dem Bahnsteigschild zurück zum Fahrplan geschickt zu werden (!), wo dann ein Zettel mit den Notfallplänen ging. Die dann noch nicht mal problemlos liefen.
  In Miesbach lenkten uns die Angestellten zielgerecht in den falschen Bus. Hätte ich nicht zufällig durchs Busfenster noch das Busschild am Fahrzeug auf der anderen Straßenseite gesehen, wäre ich sonstwo gelandet. In Deisenhofen war der Anschlusszug nicht ausgeschildert - erst auf der Bahnsteiganzeige erfuhr man, dass der Zug nach München hier abfährt.
  Hat eine Weile gedauert, bis ich alle Bahnsteige und Pläne abgeklappert habe, um überhaupt an der richtigen Stelle zu landen. Schön wäre gewesen, wenn wenigstens der Busfahrer angekündigt hätte, wo man hin muss - wenn Wegweiser am Bahnhof schon zu viel verlangt sind.
  Die ärgerlichen Kleinigkeiten setzten sich fort. Im Zug war die erste Toilette defekt. Also, weiterlaufen in den nächsten Zugteil (kein durchgehender Zug, also Zugteilwechsel nur möglich, solange der Zug am Bahnsteig steht). Im nächsten Zugteil klebte kein Zettel, nur die Leuchtanzeige an der Tür verriet, dass dieses Klo auch defekt ist. Zum Glück stand ein Mitarbeiter herum und wies darauf hin, dass es noch einen dritten Zugteil gibt. Hier funktionierte die Toilette, aber dafür war in diesem Zugteil die Klimaanlage defekt, so dass ich den Rest der Fahrt die Außentemperatur von 29 Grad genießen konnte.
  Also, bei der Bahn funktioniert nicht nur das große Ganze nicht (also die Beförderung zu den gebuchten Orten zu halbwegs verlässlichen Zeiten), es hapert auch am ganzen Drumherum. Und ob Streik, Orkan oder gar keine Störung, es läuft immer gleich schlecht. Genau genommen funktioniert nichts - nicht mal die Anzeige am Bahnsteig (siehe Foto von der letzten Etappe meiner Rückfahrt).

  Und dafür dann der vierfache Fahrpreis wie bei den Mitbewerbern!

Mein Fazit lautet also: Bahnfahren ist was für Reisende, die gern eine zusätzliche Stunde Fahrt hätten, weil sie die Zeit brauchen, um noch einen miesen Blogeintrag über die Bahn zu schreiben - für den sie auch noch ein wenig Inspiration benötigen.
  Wer allerdings in seinem Leben was besseres vorhat, sollte ein anderes Verkehrsmittel wählen.

Samstag, 4. Juli 2015

NPD light ...

... so stirbt die Alternative für Deutschland.

Was immer die Partei als Mischung von wirtschaftsliberalen und rechtsnationalen Kräften auch für Entwicklungsmöglichkeiten gehabt haben mag - mit der Wahl Petrys hat sich nun gezeigt, wohin die Reise geht. Und in dem Machtkampf zwischen den beiden Flügeln oder womöglich einem dritten, nicht ideologisch, sondern pragmatisch orientiertem Kurs, hat sich die AfD so gründlich selbst zerlegt, wie es selbst dem schlingerndsten Piratenschiff nicht gelungen ist. Ich glaube nicht, dass der rechte Splitter, der von der Partei noch übrig ist, die parlamentarische Bedeutung behalten kann, die sich kurzfristig andeutete.
  Aber was ich bei den Piraten noch bedauert habe, kann ich hier nur hoffen. Denn wenn es anders kommt, wenn die "neue", rechte AfD dauerhaft präsent bleibt, wäre es keine "Alternative", die tatsächlich vorher gefehlt hätte. Es wäre nur eine weitere, rechtsnationale Gruppierung, wie sie in vielen europäischen Ländern in den letzten Jahren an Einfluss gewonnen hat. Und die sind eher ein Symptom der Krise und keine Lösung.
  Ob darin nicht auch eine politische Sichtweise zum Ausdruck kommt, die in einem demokratischen Parlament repräsentiert sein sollte? Vielleicht. Vermisst habe ich die Rechtspopulisten im deutschen Parlament in den letzten Jahren allerdings eher nicht. Und zumindest hätte ich für Deutschland eine bessere Alternative gewünscht, als sie dem Wähler damit geboten wird.


Freitag, 3. Juli 2015

Der Computer als Klimaanlage

Zimmertemperatur: jetzt noch 31 Grad. Da habe ich mir doch langsam Sorgen um die Überhitzung meines Rechners gemacht und beschlossen, mal die Systemanzeigen zu checken. Ergebnis: CPU-Core-Temperatur: 18 Grad. Festplattentemperatur: 16 Grad.
  Super. Bisher war nicht bewusst, dass mein Rechner bei Leistungsaufnahme auch kühlen kann. Hurra, ich habe eine Klimaanlage! Da werde ich jetzt erst mal ein fettes Game starten und die CPU-Last in die Höhe treiben. Vielleicht kann der Rechner die Raumtemperatur dann so weit absenken, dass ich heute Nacht vernünftig schlafen kann.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Dieser Sommer ist krank

... zumindest hat er erhöhte Temperatur.

Dienstag, 30. Juni 2015

Griechenland kämpft für uns alle

... nur schade, dass so wenige Leute in Deutschland das erkennen. Wenn man es naiv betrachtet, scheint es ja auch ein guter Ansatz zu sein, seinen Wohlstand zu schützen, indem man konsequent sein Portemonnaie zuklappt.
  Aber glaubt der Durchschnittsdeutsche wirklich, dass es ihm nutzt, wenn am Beispiel Griechenland neoliberale Experimente ohne Rücksicht auf europäische Sozialstandards durchexerziert werden, wenn mit einem Federstrich Krankenversicherungen und Renten gestrichen werden können? Wenn staatliche Souveränität, demokratische Entscheidungen und sogar Gerichtsbeschlüsse durch Investoren und Banker überstimmt werden können? Wenn der Zerfall der europäischen Einheit befördert wird und die Kernstaaten der Gemeinschaft immer mehr den Bezug zum europäischen Leitbild verlieren, bis am Ende autoritär bis oligarchisch geprägte Neuzugänge aus Osteuropa darüber bestimmen, welche Werte die Rest-EU verteidigt?
  Und ist es wirklich sinnvoll, innere Krisen in der EU anzuheizen, während man gleichzeitig den äußeren Konflikt mit Russland forciert? Da habe ich schon das Gefühl, dass ein paar Leute den Hals nicht voll kriegen und alles auf einmal wollen, selbst wenn um sie her dabei alles auseinanderfliegt.
  Und ich habe das Gefühl, dass diese Leute entgegen der naiven Stimmungsmalerei in weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit eben vorzugsweise nicht in Griechenland sitzen.

Freitag, 5. Juni 2015

Spiel mit Spinne

Als ich gestern Abend am Rechner saß, bemerkte ich oben rechts am Bildschirm ein neues Icon. Ich dachte schon, das Fenster-schließen-Kreuz wäre irgendwie gekrisselt ... oder ist das etwa ein Fleck auf dem Monitor? Die Umrisse erinnerten fast an eine Spinne ...
  Ich habe also vorsichtig den Cursor in die Ecke bewegt.
  Und es war eine Spinne!
  Sie bewegte sich, schaute den Cursor an, zuckte davor zurück. Ganz langsam konnte ich die schüchterne kleine Spinne mit dem Cursor aus der Ecke herauslocken und quer über den Monitor dirigieren. Sie behielt ihn immer im Auge, drehte sich, wenn ich den Cursor um sie herumbewegte, kam langsam hinterher, wenn der Cursor sich entfernte, und wich vorsichtig aus, wenn ich den Cursor auf sie zubewegte.
  Ein recht eindrucksvoller Beleg dafür, dass Springspinnen so ziemlich dasselbe sehen können, was Menschen auch sehen - und darauf reagieren.

Damit sich jetzt keiner beschwert, wie gemein ich zu dem armen Tierchen war: Natürlich habe ich der Spinne gleich darauf etwas zu trinken gegeben und sie ans Fenster gesetzt, was ja bekanntlich für Springspinnen als erstrebenswerter und einträglicher Aufenthaltsort gilt.
  Trotzdem, als Fazit bleibt: Spinnen können Computerspielen.
  Und ich kann froh sein, dass sie zu klein sind, um mich verärgert zu beißen. So viel Glück hat nicht jeder, wie man im hier verlinkten Video sieht.