Dienstag, 28. Juli 2015

50.000 Stunden sind verdammt kurz

Jetzt ist es soweit: Meine erste LED-Glühbirne ist kaputt. Die am meisten genutzte im Wohnzimmer, die jeden Tag zwar meist nur einmal eingeschaltet wurde, dann aber lange brannte. Etwa zwei Jahre lang hat sie das ausgehalten.
  Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Lebensdauer der Hersteller für dieses Modell versprochen hat. Aber 50.000 Stunden Betriebsdauer sind ja so ziemlich das Minimum. Wie genau man diese Zeitspanne in zwei Jahre packen kann, ist mir nicht so ganz klar - aber die Firma wird schon ein paar Mathematiker beschäftigen, die mir das erklären könnten.
  Also, kurz gesagt: Von den Haltbarkeits-Versprechen der neuen energiesparenden Lampen bleibt in der Praxis nicht viel übrig. Die "normalen" Energiesparlampen fielen sogar im Monatstakt aus und hielten im Durchschnitt kaum ein Jahr. Ob die Stromersparnis in der kurzen Zeit den höheren Kaufpreis ausgleichen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich bezweifle ehrlich gesagt sogar, dass man damit Energie spart. Die Herstellung und der Materialbedarf sind bei den neuen Birnen doch um einiges höher als bei "klassischen" Glühlampen; genau wie der Aufwand für die Müllentsorgung. Und wenn sie dann genauso schnell kaputtgehen ...

Nun, eigentlich will ich nicht motzen. LEDs halten zumindest in etwa ebenso lang wie die alten Glühbirnen. Sie sind sofort hell, wenn ich sie einschalte, sie verlieren nicht so rasch an Leuchtkraft wie die einfachen "Energiesparlampen" und ich muss mir auch keine Sorgen um Quecksilbervergiftungen machen.
  Spötter mögen einwenden, dass damit alles wieder genauso ist, wie es mit den ganz alten Glühbirnen schon war, nur halt zehn- bis zwanzigmal so teuer pro Leuchtmittel. Aber, wie gesagt: mit LED kann ich ganz gut leben. Und es war die erste Birne, die kaputtging - da bleibt die Hoffnung, dass es im Durchschnitt noch besser wird.

Aber ein wenig enttäuscht bin ich nach den hochtrabenden Versprechungen zur Lebensdauer jetzt doch.

Sonntag, 26. Juli 2015

PC schrauben

Linda hat mir irgendwann mal einen Beitrag auf Facebook gezeigt: "Clinton und Bush kandidieren für die Präsidentschaft - Der neue Teil von Jurassic Park steht an der Spitze der Kinocharts - der neue Terminator ist angekündigt ... in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich?"
  Wie wahr, wie wahr, kann ich nur sagen. Die 90er sind zurück. Auch in der Computerwelt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Computerei in den 90ern. Beispielsweise an die damaligen Windows-Versionen. Windows war seinerzeit nur eine grafische Oberfläche für DOS, und wenn man mal ein echtes Problem hatte und wirklich ernsthaft was an der Technik einstellen wollte, dann wechselte man auf die Kommandozeile. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Erscheinen von Windows XP: Zum ersten Mal konnte ich wirklich alles in den Menüs einstellen, und von Stund habe ich nie wieder eine Befehlszeile eingetippt.
  Bis zum letzten Jahr. Mein erstes Problem mit Windows 8, ich suche im Internet nach Tipps, und die einzig funktionierende Lösung lautete: "Rufen Sie die Kommandozeile auf und tippen Sie ein ..."
  Ja, die 90er Jahre sind in der Tat zurück.

Da ist es nur konsequent, wenn ich einen weiteren Brauch der 90er wiederbelebe und meinen PC selbst zusammenschraube. Das habe ich früher immer gemacht, weil man nur so ein optimales System bekam und auch noch das letzte Quäntchen Leistung aus der Hardware kitzeln konnte.
  So um das Jahr 2000 hatte ich allerdings das erste Mal einen Rechner hier stehen, bei dem ich mir dachte: So, das reicht. Alles läuft perfekt. Schneller muss nicht sein. Und von da an konnte ich mir Fertig-PCs kaufen, weil die auch bei nicht optimaler Konfiguration locker ausreichten, meine Bedürfnisse zu erfüllen.
  Und, ehrlich gesagt: Ich hatte auch so langsam die Schnauze voll von der Bastelei.
  Auf die Gründe, warum ich jetzt doch wieder damit anfange, gehe ich vielleicht noch mal genauer an. Kurz gesagt, ich wollte was ganz spezielles, die Fertiglösungen waren alle so nachlässig zusammengestellt, das locker 25% Prozent Leistung verschenkt wurden, und da sagte ich mir: Das muss nicht sein.
  Also, die perfekt passenden Einzelteile bestellt, gestern angekommen. Und der Zusammenbau begann.

Nach vier Stunden Schrauberei weiß ich jetzt wieder, warum ich damit aufgehört habe. Der Teufel steckt im Detail. So erinnere ich mich beispielsweise gut, dass das Einstecken der RAM-Riegel immer ein wenig heikel war. Auf einer Seite rasten sie ein, auf der anderen Seite wollen sie nicht recht, und zu fest drücken will man ja auch nicht.
  Da war ich froh, als diesmal auf dem Mainboard zwei Hebel pro Speicherstick angeboten wurden, um sie einrasten zu lassen. Der Hersteller bot sogar ein Video an, wie es geht, deutlich sichtbar darin: ein Hebel auf jeder Seite. Auf dem Board tatsächlich vorhanden: nur ein Hebel. Ärgern, andere Videos suchen, feststellen: Der Hersteller hat nur ein Standardvideo für alle Boards, und meins ist offensichtlich das Einzige, das nur einseitig Hebel hat. Also, dieselbe RAMfrickelei wie vor 15 Jahren :-/
  Einbau des Boards im Gehäuse: Ich setze das Board an die Blende für die Anschlüsse, und die Löcher liegen einen halben Zentimeter hinter den Gewinden. Also, wieder raus, gucken, feststellen: Es gibt noch einen zweiten Vorsatz, um die Blende für die Anschlüsse einen halben Zentimeter weiter außen zu montieren. Gesagt getan. Ziemliche Fummelei, passt nicht ganz, ist aber schließlich geschafft. Board wieder rein und ... passt beim besten Willen nicht an die Blende. Blende wieder raus, so eingesetzt wie beim ersten Mal, Board wieder rein ... und plötzlich passt es. Warum???
  Na, egal. Irgendwann war ich endlich fertig. Ich schraube alles zu. Entdecke hinten an den Grafikanschlüssen noch Schutzkappen. Als ich sie testweise abziehen will, bemerke ich: Die Schutzkappen am HDMI-Anschluss ist so beschaffen, dass man sie nach Einbau des Boards nicht abkriegt, weil sich eine rechteckige Kappe nun mal nicht durch eine sechseckige Öffnung ziehen lässt. Darum, das Board noch mal raus, Kappen abziehen, wieder rein ...
  Und so weiter.
  Seufz.
  Also, alles wie früher. Die eigentlich heiklen Aktionen klappen problemblos. Aber dann hält man sich ewig an Kleinigkeiten auf, einfach weil etwas nicht ganz passt, weil die Anleitung nicht stimmt, weil ein Hersteller irgendwo nicht nachgedacht hat. Vermeidbare Verzögerungen.

Wie auch immer. Jetzt bin ich fertig. Im Prinzip. Der Computer läuft allerdings immer noch nicht, schlicht, weil ich feststellen musste, dass mir doch noch ein paar Kabel und Abstandshalter fehlen. Die sind nachbestellt, und in drei Tagen kann ich hoffentlich die letzten Anschlüsse stecken und das Ding endlich testen.
  Und bis dahin meine Rückenschmerzen kurieren.
  Und meine Nostalgie pflegen. Denn an so was erinnere ich mich gut.
  Genauso waren sie, die 90er ...
  Und sie sind wieder da.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Wer findet den Fehler?

Ein Beispiel aus dem Leben eines Lektors - heute zu lesen gekriegt:

"Die Blumenwiese bietet einen reich gedeckten Tisch für alle Vögelarten."

Mittwoch, 15. Juli 2015

Die Bahn - Premium Preis, null Service

Seit der Freigabe der Strecken fahre ich bevorzugt Fernbus. Während mit den Bussen ein günstiger Konkurrent eingestiegen ist, hat die Bahn ihre Sonderangebote eher abgebaut. Bis vor kurzem habe ich nie mehr als ca. 120 Euro für eine Hin- und Rückfahrt nach München bezahlt (die Strecke fahre ich mindestens zweimal im Jahr). Seit letztem Jahr habe ich mehrfach versucht, so eine Fahrt zu buchen, und nie weniger als 100 Euro für eine einzelne Fahrt geboten bekommen.
  Sprich, die Bahn muss die Zahl ihrer Sonderangebote (die’s ja immer noch gibt) spürbar verringert haben.
  Für den Fernbus kriege ich problemlos ein Ticket für 10 Euro. Wenn es etwas schneller und komfortabler sein soll, zahle ich auch mal 20 Euro. Mehr als 25 Euro habe ich für ein Ticket nach München noch nie bezahlt. Macht eine Differenz von 150 Euro für Hin- und Rückfahrt. So viel Geld ist die etwas schnellere Fahrt und der größere Komfort bei der Bahn meist doch nicht wert.

Wenn, ja wenn es die schneller Fahrt und den größeren Komfort, den Fahrpläne und Zugbeschaffenheit versprechen, tatsächlich gibt. Da man nicht alle Strecken mit dem Fernbus fahren kann, stelle ich die Bahn diesbezüglich immer wieder auf die Probe. Und zu meinem Schrecken muss ich sagen:
  In diesem Jahr habe ich nicht eine Bahnfahrt erlebt, bei der der Zug auch nur halbwegs fahrplanmäßig ankam, oder überhaupt die Strecke durchfahren konnte, die ich gebucht hatte.
  Bei meinen ersten Fahrten schlug mir regelmäßig der Bahnstreik dazwischen. Als ich jetzt meine Eltern besuchen wollte, war ich also froh, dass wenige Tage vorher die Einigung im Tarifstreik verkündet wurde und der Streik endgültig abgesagt war. Dann müsste jetzt ja alles klappen, dachte ich mir ...
  Pustekuchen!
  Zuerst war es die S-Bahn von München nach Ebersberg, die in Grafing Bahnhof plötzlich nicht mehr weiterfuhr. Die Durchsage war nicht verständlich, und während wir Fahrgäste noch rätselten, was zu tun ist (Die Anzeige am Bahnhof sagte, der Zug fährt weiter nach Ebersberg, eine Durchsage verwies uns auf Gleis 2, der Schaffner am Bahnsteig schickte die Fahrgäste in die entgegengesetzte Richtung), verlor ich meinen Koffer aus den Augen und saß ohne Gepäck im falschen Zug. Den Koffer habe ich wiederbekommen, aber der Stress blieb an mir hängen.
  Auf der Rückfahrt dann die BOB von Bayrischzell nach München. Am Bahnsteig erfuhr ich, dass die Strecke gesperrt ist und ein Schienenersatzverkehr fährt - super, eine Stunde Verspätung. Anschluss verpasst. Doppelt ärgerlich, dass das keine überraschende Unterbrechung war, sondern eine geplante Baustelle, sprich: Bei der Buchung wusste die Bahn schon, dass die Verbindung so nicht fährt. Hätte man mir das angezeigt, hätte ich mich drauf einstellen können. Als registriertem Nutzer hätte die Bahn mir auch noch eine Mail schicken können.
  Tatsächlich musste ich erst zum Bahnsteig gehen, um von einem Hinweis auf dem Bahnsteigschild zurück zum Fahrplan geschickt zu werden (!), wo dann ein Zettel mit den Notfallplänen ging. Die dann noch nicht mal problemlos liefen.
  In Miesbach lenkten uns die Angestellten zielgerecht in den falschen Bus. Hätte ich nicht zufällig durchs Busfenster noch das Busschild am Fahrzeug auf der anderen Straßenseite gesehen, wäre ich sonstwo gelandet. In Deisenhofen war der Anschlusszug nicht ausgeschildert - erst auf der Bahnsteiganzeige erfuhr man, dass der Zug nach München hier abfährt.
  Hat eine Weile gedauert, bis ich alle Bahnsteige und Pläne abgeklappert habe, um überhaupt an der richtigen Stelle zu landen. Schön wäre gewesen, wenn wenigstens der Busfahrer angekündigt hätte, wo man hin muss - wenn Wegweiser am Bahnhof schon zu viel verlangt sind.
  Die ärgerlichen Kleinigkeiten setzten sich fort. Im Zug war die erste Toilette defekt. Also, weiterlaufen in den nächsten Zugteil (kein durchgehender Zug, also Zugteilwechsel nur möglich, solange der Zug am Bahnsteig steht). Im nächsten Zugteil klebte kein Zettel, nur die Leuchtanzeige an der Tür verriet, dass dieses Klo auch defekt ist. Zum Glück stand ein Mitarbeiter herum und wies darauf hin, dass es noch einen dritten Zugteil gibt. Hier funktionierte die Toilette, aber dafür war in diesem Zugteil die Klimaanlage defekt, so dass ich den Rest der Fahrt die Außentemperatur von 29 Grad genießen konnte.
  Also, bei der Bahn funktioniert nicht nur das große Ganze nicht (also die Beförderung zu den gebuchten Orten zu halbwegs verlässlichen Zeiten), es hapert auch am ganzen Drumherum. Und ob Streik, Orkan oder gar keine Störung, es läuft immer gleich schlecht. Genau genommen funktioniert nichts - nicht mal die Anzeige am Bahnsteig (siehe Foto von der letzten Etappe meiner Rückfahrt).

  Und dafür dann der vierfache Fahrpreis wie bei den Mitbewerbern!

Mein Fazit lautet also: Bahnfahren ist was für Reisende, die gern eine zusätzliche Stunde Fahrt hätten, weil sie die Zeit brauchen, um noch einen miesen Blogeintrag über die Bahn zu schreiben - für den sie auch noch ein wenig Inspiration benötigen.
  Wer allerdings in seinem Leben was besseres vorhat, sollte ein anderes Verkehrsmittel wählen.

Samstag, 4. Juli 2015

NPD light ...

... so stirbt die Alternative für Deutschland.

Schade eigentlich. Wie ich hier auf dem Blog schon mal geschrieben habe, hatte die Partei durchaus eine Menge Aussagen formuliert, mit denen ich mich identifizieren konnte. Auch wenn das Personal mich ebenso von Anfang an mit Misstrauen erfüllt hat, ob die Parteiführung die wohlklingenden Anliegen wohl genauso versteht wie ich - oder, wenn es an die Umsetzung geht, nicht doch etwas ganz anderes daraus macht.
  Egal. Wenigstens gerieten ein paar Dinge ins Blickfeld, die bis dahin im Parlament unterrepräsentiert waren, und dass die AfD im günstigsten Fall womöglich eine vernünftige Auseinandersetzung mit diesen Themen erzwingt, selbst wenn sie selbst dazu nicht in der Lage sein sollte, stand zumindest zu hoffen. Denn dass weder der streng wirtschaftsliberale Flügel noch die diffuse rechte Ressentiment-Ansammlung, die vom Kielwasser der Partei angezogen wurde, mit mir auf einer Linie liegen, war mir auch vorher schon klar.
  Im Gegensatz zu den Piraten allerdings, die mir von den Grundwerten der Partei her viel sympathischer sind und mit deren Orientierung als "sozialliberal" ich mich grundsätzlich identifizieren kann, wirkte die AfD wenigstens professionell und diszipliniert genug, um im Politalltag bestehen und etwas bewirken zu können - auf die ein oder andere Weise also eine Alternative zu bieten zu dem, was derzeit ohne weitere demokratische Diskursmöglichkeiten einfach als "alternativlos" verkauft wird, auch wenn es das im Einzelfall keinesfalls ist.

Vorbei.

Wo sich die AfD verortet, hat sich mit der Wahl Petrys ja gezeigt. Und in dem Machtkampf zwischen wirtschaftsliberalem und rechtem Flügel oder womöglich einem dritten, nicht ideologisch, sondern pragmatisch orientiertem Kurs, hat sich die AfD so gründlich selbst zerlegt, wie es selbst dem schlingerndsten Piratenschiff nicht gelungen ist. Ich glaube nicht, dass der rechte Splitter, der von der Partei noch übrig ist, die parlamentarische Bedeutung behalten kann, die sich kurzfristig andeutete. Die AfD bleibt also eine Eintagsfliege, wie der Erfolg der Piraten in den Jahren davor.
  Was ich aber bei den Piraten noch bedauere, kann ich hier nur hoffen. Denn wenn es anders kommt, wenn die "neue", rechte AfD dauerhaft präsent bleibt, wäre es nicht mehr die "Alternative", die man nach den ursprünglichen Forderungen erhoffen konnte. Es wäre nur eine weitere, rechtsnationale Gruppierung, wie sie in vielen europäischen Ländern in den letzten Jahren an Einfluss gewonnen hat. Und die sind eher ein Symptom der Krise und keine Lösung.
  Ob darin nicht auch eine politische Sichtweise zum Ausdruck kommt, die in einem demokratischen Parlament repräsentiert sein sollte? Vielleicht. Vermisst habe ich die Rechtspopulisten im deutschen Parlament in den letzten Jahren allerdings eher nicht. Und zumindest hätte ich für Deutschland eine bessere Alternative gewünscht, als sie dem Wähler damit geboten wird.


Freitag, 3. Juli 2015

Der Computer als Klimaanlage

Zimmertemperatur: jetzt noch 31 Grad. Da habe ich mir doch langsam Sorgen um die Überhitzung meines Rechners gemacht und beschlossen, mal die Systemanzeigen zu checken. Ergebnis: CPU-Core-Temperatur: 18 Grad. Festplattentemperatur: 16 Grad.
  Super. Bisher war nicht bewusst, dass mein Rechner bei Leistungsaufnahme auch kühlen kann. Hurra, ich habe eine Klimaanlage! Da werde ich jetzt erst mal ein fettes Game starten und die CPU-Last in die Höhe treiben. Vielleicht kann der Rechner die Raumtemperatur dann so weit absenken, dass ich heute Nacht vernünftig schlafen kann.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Dieser Sommer ist krank

... zumindest hat er erhöhte Temperatur.