Mittwoch, 10. Dezember 2008
Jemand zu Hause?
Zu lesen bekommt man es hoffentlich trotzdem, an anderer Stelle. Und wenn ich wieder Tippkapazitäten frei habe, möchte ich auch wieder den ein oder anderen Blogbeitrag schreiben.
Bis dahin bleibt es hier erst mal ruhig.
Samstag, 12. Juli 2008
Wo kein Rauch ist ...
In den Medien werden derzeit ja allerhand Rauchbomben am Rand dieses gesellschaftlichen Minenfelds abgebrannt: über "Raucherclubs", Probleme bei der Umsetzung, offene Verweigerung ... Aber ich muss sagen, die Wirklichkeit spiegelt das alles nicht wieder - zumal gerade Speisegaststätten, wo Rauchen immer am meisten gestört hat, für all die Ausnahmen eigentlich gar nicht zur Debatte stehen. Wenn ich derzeit ausgehe, erlebe ich jedenfalls nur eines: Rauchfreiheit. Und ich finde es großartig!
Endlich kann man problemlos überall einkehren; man muss sich keine Sorgen machen, dass sich während des Essens plötzlich ein Schornstein an den Nebentisch setzt und den Betrieb aufnimmt ... Überall, wohin ich gehe, herrscht saubere Luft. Mag sein, dass es irgendwo noch diesige Winkel gibt, aber solange man genug rauchfreie Gaststätten findet, soll mir das auch egal sein. Und die gab es vorher nicht, und jetzt überall. Ich fühle mich plötzlich befreit und merke umso stärker, wie eingeschränkt man früher doch durch den allgegenwärtigen Qualm war.
Also, wenn man so will: ein Prost auf das Rauchverbot ;-)
Mittwoch, 2. Juli 2008
Wie nerdige Programmierer Geschäfte verhindern ...
Wer hat es noch nicht erlebt: Verspielt designte Webseiten, bei denen die wichtigen Funktionen nicht funktionieren? Internetangebote, bei denen man zur Nutzung alle Sicherheitseinstellungen abstellen muss; Webshops, bei denen sich die Bestellung nur dann abschließen lässt, wenn man irgendein Applet installiert hat, das man eigentlich gar nicht haben will; Seiten, die so groß sind, dass die Links außerhalb des sichtbaren Bildschirms liegen - und sich auch nicht heranscrollen lassen, weil der programmierende Grafiker anscheinend eine Bildschirmauflösung im Gigapixelbereich hatte und der Ansicht ist, dass jemand mit kleinerem Bildschirm es nicht wert ist, seine geniale Webseite anzuschauen.
Heute habe ich auch noch eine weitere Variante dieser Programmiersünden gesehen: das Werbebanner, das Geschäfte verhindert. Als ich auf der Seite einer Tageszeitung nämlich in den aktuellen Nachrichten geblättert habe, fand ich ausnahmsweise mal eine Werbung, die mich wirklich interessiert hat. Ich hätte mir das Angebot gerne näher angeschaut, aber bitte ohne die aktuelle Seite dabei zu verlassen.
Normalerweise klickt man dann mit der rechten Maustaste den Link in einem neuen Fenster auf - nur: Das war bei diesem Werbebanner nicht möglich. Es war nämlich kein sauberer HTML-Link, sondern ein "verscripteter" Link, der sich nicht über die rechte Maustaste erreichen ließ. Also habe ich zunächst mal die Nachrichten zu Ende gelesen - und bis dahin war die offenbar zeitgesteuerte Werbung weg, und ein neues Banner da. Ich hatte also nichts mehr zum anklicken, und der Anbieter hat sich durch die schlechte Gestaltung seines Werbebanners selbst aus dem Geschäft gekickt, obwohl er tatsächlich einen interessierten Kunden gefunden hatte.
Wie gesagt, solche Dinge passieren einem im Internet immer noch viel zu oft. Diese Mängel entstehen, wenn technikbezogene Freaks statt kundenbezogener Profis die Programmierarbeit leisten. Nur frage ich mich, warum lassen sich Firmen auf so etwas ein? Warum gibt es keine Qualitätskontrolle, die sicherstellt, dass die Produkte der Programmierer auch das tun, wofür die Firma bezahlt hat - nämlich möglichst viele Kunden erreichen und möglichst zum Verkauf der Produkte beitragen? Das wäre nämlich nicht nur fürs Unternehmen gut, sondern würde auch den Kunden viele Nerven sparen. Nur die Webdesigner, die müssten ihrer Online-Spielsucht dann in der unbezahlten Freizeit frönen.
Dienstag, 17. Juni 2008
Von Bildung und Miss-Bildung
In der Zeitschrift "Technology Review" fand sich letztens (okay, Ende April und vor meiner Reise...) ein Test mit 50 wissenschaftlichen Fragen, deren Antwort "man" angeblich kennen "muss". Nun bin ich ja zum einen wissenschaftlich interessiert, und hatte zum anderen auch "Prüfungs- und Testverfahren" als Schwerpunktthema im Staatsexamen. Auf diese Weise doppelt herausgefordert, habe ich den "Test" also gleich mal "getestet".
Das erste bemerkenswerte Ergebnis waren 100% in Chemie. Da ich nun in diesem Fachgebiet noch am wenigsten Ahnung habe und zudem selbst auch sehr genau weiß, dass ich bei jeder Frage unsicher war und die Antwort nur geraten habe, spricht das Ergebnis nicht unbedingt für meine Chemiekenntnisse, sondern eher gegen die Aussagekraft des Tests.
Maschinenbau hingegen zählte nicht zu meinen Stärken. Das ist eigentlich nicht erstaunlich - aber die Art, wie das Ergebnis dann zustande kam, wunderte mich doch. Eine der Fragen, die ich falsch beantwortet hatte, lautete: "Wozu dient ein Getriebe?" Nun weiß ich ziemlich genau, was ein Getriebe ist, und könnte theoretisch auch eines bauen ... wenn man denn ein Getriebe theoretisch bauen könnte und dafür nicht auch noch handwerkliche Fähigkeiten nötig wären :-( Das allerdings war in den Antwortvorgaben nicht gefragt, sondern stattdessen musste man sich zwischen vier Erklärungen entscheiden, die einander teilweise recht ähnlich waren und mit Fachworten gespickt. Und im Gegensatz zur Funktionsweise eines Getriebes kannte ich diese Fachworte eben nicht alle exakt, sondern wusste ihre Bedeutung meist nur so in etwa. Was in dem Falle nicht ausreichte, um die richtige Lösung zu erraten.
Der Bereich Maschinenbau umfasste so wenige Fragen, dass diese eine falsche Antwort schon den Unterschied zwischen einem guten und einem durchschnittlichen Ergebnis ausmachte. Und wenn ich mir nun überlege, dass der Test zwar gute Kenntnisse im Maschinenbau attestiert, wenn man exakte fachsprachliche Begriffsdefinitionen auswendig kennt, aber nicht, wenn man Maschinenteile wirklich bauen kann ... Dann bin ich wieder an dem Punkt, wo zweifelhaft wird, ob dieser Test seinen intendierten Anspruch tatsächlich erfüllen kann.
Vollends absurd wurde es dann allerdings im Bereich Umwelt, nämlich bei der Frage: "Wenn die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf dem Niveau des Jahres 2000 eingefroren würde, um wie viel würde die Durchschnittstemperatur der Erde laut Weltklimarat pro Jahrzehnt weiter ansteigen?"
Nun weiß jeder, der den wissenschaftlichen Diskurs zum Klimawandel verfolgt, dass es bisher noch kein wissenschaftlich abgesichertes Modell gibt, das den Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Temperaturanstieg quantifizieren kann. Alle Algorithmen, die dazu entwickelt wurden, sind bisher an der Prognose gescheitert und müssen daher als widerlegt gelten. Selbst wenn man also einen Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Erwärmung annimmt, was im Grunde plausibel scheint, so muss man doch bei korrekter wissenschaftlicher Arbeitsweise zugeben, dass bis heute niemand das exakt ausrechnen kann.
Was man also bei dieser Frage wissen sollte, war keine wissenschaftliche Erkenntnis - es war eine konkrete Zahl, die ausdrückt, was irgendwann mal irgendwelche Wissenschaftler aufgrund einer inzwischen überholten Theorie glaubten, was passieren könnte, wenn ein gewisses Ereignis stattfände, von dem man inzwischen ebenfalls weiß, dass es nicht eingetreten ist - denn bekannterweise wurde der CO2-Ausstoß im Jahr 2000 nicht eingefroren. Abgefragt wurde also ein episodisches Faktum, das an konkreter wissenschaftlicher Relevanz kaum noch zu unterbieten ist. Welcher Fachwissenschaftler das auch immer als Ausdruck "besonders guter wissenschaftlicher Allgemeinbildung" in den Test gebracht hat: Er muss eine Vorstellung von wissenschaftlicher Methodik haben, die eines Sozialpädagogen würdig wäre.
Was also lerne ich aus diesem Test? Nun, zunächst einmal illustriert er wieder ein Problem, dass schon während meines Studiums zum Thema "Prüfungsverfahren" thematisiert wurde: dass sich nämlich nur episodisches Wissen eindeutig abfragen lässt, also "Lexikoneinträge" etc., nicht jedoch strukturelles Wissen - also die Fähigkeit, Fakten in einen sinnvollen Kontext zu setzen und damit zu arbeiten. Und episodisches Wissen veraltet nicht nur besonders schnell, es gibt auch kein wirklich wichtiges episodisches Wissen.
Wohlgemerkt: Das bedeutet nicht, dass episodisches Wissen an sich unwichtig wäre. Man braucht einen reichhaltigen Fundus an Fakten, um strukturelles Wissen daraus bilden zu können. Das Problem fängt erst dann an, wenn man einige einzelne, konkrete Fakten herausgreift und sie für "besonders wichtig" erklären möchte. Denn für sich genommen ist episodisches Wissen nur von exemplarischem Wert und relativ austauschbar.
Und was ist es wert, wenn ein Ankreuztest in einer Zeitschrift selbstbewusst eine allgemeine Aussagekraft für sich in Anspruch nimmt und auf die "20 herausragenden Wissenschaftler" verweist, die daran mitgearbeitet haben? Nun, vor allem ist diese Ankündigung ein Hinweis darauf, woher die anderen, vermeidbaren Schwächen rühren - insbesondere die übermäßige Ballung fachsprachlicher Begriffe und die Konzentration auf quantitative anstatt qualitativer Abgrenzung in den Antwortvorgaben. Da kann man sich nicht mal mehr über ein an sich gutes Ergebnis freuen, weil man das Gefühl bekommt, dass man es nicht für sein Wissen bekommen hat, sondern weil man sich erfolgreich durch einen großen Berg Fachwortsalat gefressen hat.
Dann illustriert dieser Fragebogen zuallererst eines: dass man einen Test zu Fragen der Allgemeinbildung niemals von Fachwissenschaftlern formulieren lassen sollte. Denn so schwer es auch ist, den Bildungsbegriff überhaupt irgendwie belastbar zu quantifizieren: Gemeinwissen ist nun eben das Fachgebiet, auf dem Fachwissenschaftler in aller Regel die größten Laien sind.
Donnerstag, 5. Juni 2008
Urlaub? Von wegen!
Ich war also auch auf Helgoland fleißig, und musste das auch sein - immerhin hatte ich im Mai den Abgabetermin für meinen nächsten Roman. Und bei meiner Rückkehr konnte ich dann auch feststellen, dass das Buch inzwischen auch bei Lübbe offiziell angekündigt ist. Außer Titel und Cover findet man zwar noch nicht viele Informationen, aber bis zum Erscheinen im nächsten April ist es ja noch eine Weile hin.
Immerhin, es tut sich was. Und das war nach meiner Rückkehr von Helgoland auch eine schöne Entdeckung.
Mittwoch, 4. Juni 2008
Wieder an Land gespült
Im letzten Eintrag habe ich ihn angekündigt - jetzt ist er vorbei: der Aufenthalt auf Helgoland. Seit dem Wochenende bin ich wieder zu Hause, und inzwischen hat mich auch der Alltag wieder.
Wie man sieht, sah man seither nichts mehr von mir, das Blog blieb leer. Das lag daran, dass ich von Helgoland aus nur beschränkten Zugriff aufs Internet hatte. Ich will nicht sagen, dass die Anbindung schlecht war - irgendwie war sie genau so, wie von den anderen Nordseeinseln gewohnt. Surfen konnte man, aber sobald man Dateien übertragen wollte oder ähnliches, erwies sich die örtliche Infrastruktur als mager.
Ein wenig ärgerlich, dass ich kurz vor meiner Abreise noch einen Beitrag vorbereitet hatte, den ich in den nächsten Tagen verspätet nachreichen werde. Etwas veraltet ist der jetzt schon, aber neben den Reisevorbereitungen hatte ich einfach keine Zeit mehr zum Hochladen gefunden. Und ich erhebe in meinem Internettagebuch ja auch keinen Anspruch auf Tagesaktualität ;-)
Donnerstag, 24. April 2008
Unterirdisch
Nun, für beide Phänomene habe ich eine Erklärung, und es ist in beiden Fällen dieselbe. Im April habe ich mich wieder zu einer Atemwegskur in die Kluterthöhle in Ennepetal zurückgezogen. Wer mehr darüber wissen will, kann das mit Foto in einem der früheren Einträge nachschlagen - vor zwei, drei Jahren habe ich mich nämlich schon mal zu dieser meiner Fluchtmöglichkeit vor der Allergie geäußert.
Wenn ich jeden Tag knapp vier Stunden in der Höhle sitze, kann ich dort eine Menge Dinge tun. Ich kann arbeiten, wenn auch nur eingeschränkt, weil ich natürlich keine Fläche habe, um eine ganze Batterie von Nachschlagewerken in Stellung zu bringen. Ich kann lesen, aber so toll ist das Licht nicht, und wenn ich was anderes zu tun habe, tue ich das auch. Hörspiele hören geht natürlich immer - aber vor allem kann ich auf dem Pocket-PC kleine Texte tippen, für die ich weder einen richtigen Laptop noch Nachschlagewerke brauche.
Auf gut Deutsch: Die Höhle eignet sich hervorragend, um zwischendrin den einen oder anderen Blogeintrag zu tippen. Also konnte ich davon im April sogar einen kleinen (die Betonung liegt allerdings auf "klein") Vorrat anlegen, obwohl ich sonst kaum Zeit für irgendwas habe. Klar: Bis zum späten Nachmittag bin ich ja unterwegs, und wenn ich wiederkomme, muss ich bis spätnachts noch mein ganz normales Arbeitspensum ableisten - denn der Abgabetermin für meinen Roman ist der 12. Mai, und das muss durchgezogen werden. So entsteht die paradoxe Situation, dass ich eigentlich für nichts Zeit habe, aber das Blog trotzdem ganz gut versorgt wird.
Und weil ich zuhause noch viele andere Dinge hätte, die mich ablenken können, geht es meinem Blog durch den Höhlenaufenthalt vermutlich sogar besser, als hätte ich derzeit "ungestörte" Arbeitsmöglichkeiten. Allerdings: Im Mai bin ich dann wieder an der Nordsee, und wie man weiß, sind das immer Zeiten, wo ich tatsächlich kaum online komme und die Updates hier wirklich stocken dürften.