Samstag, 25. Juli 2009
Technisches Schreiben
So sehr verändert, dass ich in den letzten Tagen hauptsächlich mit Lexikoneinträgen beschäftigt war. Wer den ersten Teil kennt, weiß, was gemeint ist: Jedem Kapitel der »Gefährten des Zwielichts« war ein kurzer Artikel vorangestellt, zu den Völkern und den Hintergründen der Romanwelt. Im zweiten Teil, dem »Tag der Messer« wird man - passend zum Geschehen - politische Reden und Zitate an dieser Stelle finden.
Im dritten Teil sind es dann vor allem Beiträge zur Technologie, Thaumatechnik und Technomagie, und ein wenig zur Geschichte, die zwischen dem zweiten und dem dritten Teil vergangen ist. Da gibt es allerhand zu beschreiben, und das musste erst mal geschrieben werden, was schon ein paar Tage gedauert hat.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das neue Buch auch genug Kapitel bekommt, um all meine Lexikoneinträge unterzubringen ... damit der Fließtext dann gleich ins Geschehen springen kann und sich nicht lange mit Erläuterungen aufhalten muss. Jedenfalls bin ich froh, dass ich die Lexikoneinträge fertig habe - und hoffe, dass mir so langsam nicht immer noch weitere Dinge tröpfchenweise einfallen, die »unbedingt untergebracht werden müssen«.
Montag, 6. Juli 2009
Der Tag der Messer rückt näher
Huch! Angekündigt ist mein nächster Roman ja für den August, und im allgemeinen werden die Bücher ja bereits im Vormonat ausgeliefert. Das bedeutet also, dass mit dem "Tag der Messer" in nächster Zeit zu rechnen ist. Nachdem ich also gesehen habe, wie knapp die Zeit ist, habe ich rasch reagiert und schon mal eine kleine Preview-Seite zum Roman online gestellt. Wer wissen will, worum es in dem Buch geht - anklicken und Inhaltsangabe schauen!
Das alles bedeutet natürlich auch, dass die Zeit für mein Schnipsel-Quiz erheblich knapper ausfällt, als ich erwartet habe. Wer es nicht mitbekommen hat: Auf der Homepage zu den "Gefährten des Zwielichts" habe ich drei Exemplare des Folgeromans ausgesetzt für die ersten (oder die besten), die es schaffen, ein paar Textschnipsel den richtigen Stellen des Buchs zuzuordnen. Und da ich die Preise losschicken will, sobald ich die Bücher in den Händen halte, bleibt nicht mehr viel Zeit für die Lösung.
Also, wer noch gewinnen will - rasch einen Lösungsvorschlag einreichen. Den Link findet man auch auf der Preview-Seite. Ich weiß, das Quiz ist schwierig ... aber dafür kann man auch noch, solange niemand besser ist, mit nur drei richtigen Antworten ein Buch gewinnen ;-)
Montag, 29. Juni 2009
Was lange währt ...
... wird endlich fertig!
Heute habe ich den letzten Rest an Content für die
Homepage zu meinem Roman »Gefährten des Zwielichts« online gebracht. Neben einem kurzen Eintrag zur Biographie betrifft das Update vor allem die »Additional Scenes«: Es gibt jetzt ein paar Szenen aus Sicht der Antagonisten, und auch noch Handlungsverläufe, die im fertigen Buch jetzt eine ganz andere Wendung nehmen.
Wer davon also noch mehr lesen möchte – ich wünsche viel Vergnügen!
Für mich ist diese Webseite jetzt endgültig fertig. Aber der nächste Roman lauert ja schon dicht hinter dem Horizont. Ich hoffe mal, dass ich dazu schon vor Erscheinen eine kleine Vorschau platzieren kann. Und den Rest dann hoffentlich ein wenig früher als beim ersten Buch.
Sonntag, 28. Juni 2009
Von gefühlter und geleisteter Arbeit
Damals wie heute allerdings führe ich Buch über meine Arbeitszeiten – und diese Listen zeigen, dass der subjektive Eindruck trügt. Wenn ich meine geleisteten Arbeitsstunden zusammenzähle, hat sich wenig geändert. Woher rührt also das veränderte Empfinden?
Als ich mir darüber Gedanken gemacht habe, war die Antwort schnell gefunden: Bei einer Übersetzung gibt es genau einen Abgabetermin. Davor kann ich mir die Zeit frei einteilen; und danach ist der Auftrag abgeschlossen.
Bei einem Roman habe ich auch einen Abgabetermin. Aber dann kommt der Roman vom Lektorat zurück, und es gibt einen zweiten Termin für die Abgabe der korrigierten Fassung. Und einen engen dritten Termin für die Fahnenkorrekturen. Und dazwischen eingestreut meist noch ein paar kleinere Anforderungen, die irgendwie mit dem Roman zusammenhängen und auch bis zu einem gewissen Termin bearbeitet werden müssen.
Die Sache ist also einfach die: Bei einer vergleichbaren Menge an Arbeitsstunden und Projekten bringt ein eigener Roman die dreifache Menge an Terminen mit sich, oder noch mehr. Und für einen Menschen, der in erster Linie terminorientiert arbeitet, fühlt sich das an wie eine Verdreifachung der Arbeit.
Damit ist der Grund erkannt – aber noch lange nicht behoben. Wenn die »gefühlte Arbeitsbelastung« nur im Kopf existiert, heißt das ja noch lange nicht, dass man sie einfach wegdenken kann. Mein derzeitiges Ziel lautet also, erst mal einen natürlichen Rhythmus für die Termine zu finden, so dass man sie einzeln nicht mehr so wahrnimmt. Und auf die langfristige Planbarkeit der Projekte, die dafür hilfreich ist, arbeite ich jetzt mal hin.
Vielleicht sollte ich mir einen Termin dafür setzen?
Mittwoch, 17. Juni 2009
Neues von den Gefährten
Wer mal nachsehen möchte: Unter www.romanecke.de/zwielicht findet ihr jetzt die Landkarte zum Roman, eine Leseprobe, jede Menge Deleted Scenes und ein Textschnipsel-Quiz, bei dem man handsignierte Exemplare vom "Tag der Messer" gewinnen kann.
"Der Tag der Messer" ist übrigens die Fortsetzung der "Gefährten des Zwielichts". Das schien mir als Preis sinnvoller zu sein als die "Gefährten" selbst, die man für das Quiz ja schon kennen sollte ;-)
Dienstag, 16. Juni 2009
Bild oder Leben -
sprachliche Notwehr in der Fantasy
Ich persönlich habe das Thema immer eher andersherum empfunden: als »Bilderstürmerei« von Genrelesern auf die gewachsene Bandbreite der Sprache. Ob es nun um grundlegende Kritik an bilderreicher Sprache geht oder um spitzfindige Pflückereien an einzelnen Bildern: Ich halte es nicht für einen Zufall, dass ich das bevorzugt im Umfeld der SF-Szene beobachten konnte. Denn insbesondere die Klassiker dieses Genres zeichnen sich oft durch eine nüchterne, zweckorientierte Sprache aus. Und gerade diese Sprache wurde von Kritikern immer gern als Zeichen für den nichtliterarischen Charakter der SF-Literatur angeführt!
Mein Gefühl bei derartigen Diskussionen war also immer, dass hier eher eine psychologisch als literarisch begründete Motivation zugrundeliegt, eine typische Gegenbewegung, die den Mangel zur Tugend erklären soll?
Einer beklagenswerte Ausbreitung bildhafter Redewendungen in der Fantasy, der in den Molochronik-Kommentaren befürchtet wurde, kann ich beim Vergleich mit den Anfängen des Genres auch nicht feststellen. Im Gegenteil sehe ich diese zunehmend bedroht – wer meinen ausführlichen Artikel zum Thema lesen möchte, der findet ihn hier ...
Was nun das von Molosowski konkret besprochene Werk und die konkret genannten Beispiele für unpassende Bilder angeht ... Nun, ich versuche ja aus Prinzip nicht, aus dem Zusammenhang gerissene Beispiele zu bewerten. Manche davon legen allerdings durchaus nahe, dass hier zu viel des Guten (oder in diesem, speziellen Falle dann nicht so Guten) getan wurde.
Nicht anschließen will ich mich allerdings den eher possierlichen biographischen Erklärungsversuchen, wie beispielsweise, dass »der Autor sich durch allzu viele Rollenspiele an übertrieben blumige Sprache gewöhnt habe« (meine Güte – ich zumindest habe als Spielleiter beim Rollenspiel einiges zu bedenken gehabt, aber ganz gewiss nie die Muße gefunden, mich irgendwie um ausgeschmückte Sprache zu bemühen; solche Manierismen kann ich allenfalls pflegen, wenn ich Sprache in Ruhe aufschreiben kann). Selbst wenn in diesem Fall der Autor mit den Bildern danebenlag, möchte ich eine viel näherliegende Erklärung anbringen: pure Notwehr!
Denn was soll ein Fantasyautor nicht alles beachten: Die Sprache darf nicht zu modern sein, soll also nur Worte enthalten, die schon seit mindestens 150 Jahren gebräuchlich sind; die Sprache darf nicht zu modern klingen – also sind auch Worte tabu, die schon seit Jahrhunderten üblich sind, die irgendein Leser aber für modern halten könnte; Anglizismen sind darum schon mal per se verpönt; verboten sind aber auch alle Begriffe erkennbar griechischer, lateinischer, französischer oder sonstwie zuordbarer Herkunft, weil es auf der Fantasywelt ja kein Griechenland, Lateinien, Frankreich etc. gibt. Und Begriffe, die in den letzten 20 Jahren nicht mehr üblich waren, darf man auch nicht nehmen – die könnte ja möglicherweise ein Leser nicht verstehen.
Wenn man all das zusammennimmt, kann man sich ja denken, was für ein schmaler Korridor an Vokabular dem Fantasyautor noch bleibt, bei dem er keinen Einspruch von Lektor oder Leser riskiert.
Ja, mein Gott – wundert es einen da noch, wenn dieser Fantasyautor in seiner Verzweiflung dann nach jedem Strohhalm zeitloser Bildhaftigkeit greift, um wenigstens noch ein wenig schreiben zu können?
Mittwoch, 3. Juni 2009
»Millionäre zur Kasse«
Aber zum Glück muss man bei der Europawahl auch nicht die Linke wählen.