Nach zwei Jahren Ruhe ist es wieder so weit: Die Mäuse haben erneut den Weg auf den Dachboden gefunden. Also hab ich gestern Abend wieder die Falle hervorgekramt und im Dachraum aufgestellt. Als ich sie heute überprüft habe, war der Köderteller leergefressen, aber die Falle hatte sich nicht geschlossen. Außerdem hatte eine gleich daneben wohnende große Kugelspinne spontan beschlossen, ihr Netz zu erweitern, und die halbe Falle gleich eingesponnen.
Kurz gesagt: Anscheinend hatte jeder Bewohner des Dachbodens seinen Spaß mit dem Ding, nur ich bin leer ausgegangen.
Also habe ich heute die Falle neu bestückt, und als ich ein paar Stunden später mal die Kamera einschalte, um zu sehen, ob sich schon was tut, sehe ich sie vor mir: die Maus. Ganz sorglos sitzt sie in der Käfigfalle und knabbert den Köder aus dem Kronkorken, den ich als Tellerchen da reingestellt habe. Die Falle löst nicht aus.
Ich denke mir also, ich erschrecke die mal. Vielleicht macht sie dann eine ruckartige Bewegung, durch die sich die Falle schließt. Ich klopfe gegen die Decke. Auf dem Kamerabild sehe ich, wie die Maus tatsächlich beunruhigt reagiert. Wie sie davonrennt - und den Kronkorken mitsamt Köder einfach mitnimmt, um an einer ungestörten Stelle weiter zu essen.
Und die Falle löst nicht aus ...
Wenn ich nicht in früheren Jahren schon eine Menge Mäuse damit geschnappt und umgesiedelt hätte, würde ich also sagen, die Falle taugt nichts. Aber tatsächlich funktionierte sie bislang ganz gut. Es muss also wohl an der Maus liegen (»Ist ja wie bei Tom & Jerry«, sagte Linda, als die Maus mit dem Tellerchen weglief) - zu intelligent, zu geschickt ... und auf jeden Fall die dreisteste Maus, die ich je gesehen habe.
Donnerstag, 5. Januar 2017
Samstag, 30. Januar 2016
Müdigkeit
Letzte Nacht habe ich wirklich mies geschlafen. Dann wurde ich am Morgen wach, und es war stockdunkel. Also wirklich pechschwarze Nacht! Ich habe mich noch gewundert - das letzte Mal davor war ich um halb sieben wach geworden, hatte auf die Uhr geschaut und war danach wieder eingeschlafen. Ich wusste also, dass es eher morgens war als Mitternacht. Konnte es wirklich noch so dunkel sein?
Nicht mal die Straßenlaterne durch das Fenster war zu sehen. Schon ausgeschaltet, aber die Sonne war noch nicht aufgegangen?
Ich tastete also in der Dunkelheit nach meiner Brille. Wartete darauf, dass ich mich irgendwie an das Licht gewöhne und wenigstens irgendwas erkenne. Und in dem Augenblick fiel mir auf, dass meine Augen noch geschlossen waren.
Offenbar hatte ich beim Wachwerden vergessen, sie aufzumachen.
Als ich das dann nachholte, stellte ich fest, dass es acht Uhr morgens war und eigentlich hell genug, um recht gut zu sehen ...
Ich muss zugeben, so was ist mir bis jetzt noch nie passiert. Ich hätte nicht mal gedacht, dass es möglich ist. Vor allem, dass man sogar recht lange rumtastet und gar nicht bemerkt, dass die Augen zu sind.
Nun ja, ich habe in dieser Nacht wirklich sehr schlecht geschlafen. Und ich muss wirklich sehr müde gewesen sein an diesem Morgen. Und weiß jetzt wenigstens, wie sich richtige Müdigkeit anfühlt. Also: Egal, wie man sich morgens beim Aufwachen fühlt - solange man die Augen aufkriegt, kann man so müde nicht sein.
Nicht mal die Straßenlaterne durch das Fenster war zu sehen. Schon ausgeschaltet, aber die Sonne war noch nicht aufgegangen?
Ich tastete also in der Dunkelheit nach meiner Brille. Wartete darauf, dass ich mich irgendwie an das Licht gewöhne und wenigstens irgendwas erkenne. Und in dem Augenblick fiel mir auf, dass meine Augen noch geschlossen waren.
Offenbar hatte ich beim Wachwerden vergessen, sie aufzumachen.
Als ich das dann nachholte, stellte ich fest, dass es acht Uhr morgens war und eigentlich hell genug, um recht gut zu sehen ...
Ich muss zugeben, so was ist mir bis jetzt noch nie passiert. Ich hätte nicht mal gedacht, dass es möglich ist. Vor allem, dass man sogar recht lange rumtastet und gar nicht bemerkt, dass die Augen zu sind.
Nun ja, ich habe in dieser Nacht wirklich sehr schlecht geschlafen. Und ich muss wirklich sehr müde gewesen sein an diesem Morgen. Und weiß jetzt wenigstens, wie sich richtige Müdigkeit anfühlt. Also: Egal, wie man sich morgens beim Aufwachen fühlt - solange man die Augen aufkriegt, kann man so müde nicht sein.
Dienstag, 20. Oktober 2015
Was läuft falsch in Deutschland?
Zwei 30-jährige Jubiläen gab es dieser Tage zu feiern: Der 30. Geburtstag des 386-Prozessors. Und 30 Jahre Schwarzwaldklinik. Das eine eine technische Revolution, der erste 32-Bit-Prozessor, der noch bis heute die moderne Computerwelt prägt. Das andere eine Revolution der Belanglosigkeit.
Es darf jetzt jeder mal raten, welches dieser beiden Ereignisse unsere Tageszeitung als erwähnenswert erachtete.
In diesen Tagen, wo die Lage der Nation gern allein an der Flüchtlingsfrage gemessen wird, gehen solche kleinen Zeichen allzu leicht unter. Dabei verraten womöglich gerade sie am meisten über die Entwicklung unserer Gesellschaft - denn ich halte das oben genannte Beispiel nicht für einen Zufall in der Berichterstattung, sondern für ein typisches Symptom. Technische Bildung steht nicht gerade weit oben in der Werteskala - und das ist auf Dauer unglücklich für eine Industrienation, und damit auch eine Bedrohung für all das, was wir an gewohnten Standards bewahren wollen.
Es darf jetzt jeder mal raten, welches dieser beiden Ereignisse unsere Tageszeitung als erwähnenswert erachtete.
In diesen Tagen, wo die Lage der Nation gern allein an der Flüchtlingsfrage gemessen wird, gehen solche kleinen Zeichen allzu leicht unter. Dabei verraten womöglich gerade sie am meisten über die Entwicklung unserer Gesellschaft - denn ich halte das oben genannte Beispiel nicht für einen Zufall in der Berichterstattung, sondern für ein typisches Symptom. Technische Bildung steht nicht gerade weit oben in der Werteskala - und das ist auf Dauer unglücklich für eine Industrienation, und damit auch eine Bedrohung für all das, was wir an gewohnten Standards bewahren wollen.
Sonntag, 4. Oktober 2015
Stuss beim Datenschutz
Es wäre leichter
für Verbraucher und Anbieter, den geforderten Datenschutz ernster zu
nehmen, wenn die Umsetzung hierzulande nicht so betont schwachsinnig
wäre.
Konkretes
Beispiel: Wer hat sie in letzter Zeit nicht gesehen, die mal kleinen,
mal größeren Einblendungen, die sich auf allen möglichen Webseiten
mehr oder minder aufdringlich ins Bild schieben und dazu auffordern,
sie anzuklicken, um das Setzen von Cookies zu bestätigen. Einen
praktischen Nutzen haben diese Fenster nicht. Wenn man sie nicht
anklickt, funktionieren die Seiten trotzdem – offensichtlich muss
man also nicht klicken, um die Cookies freizuschalten. Der einzige
Unterschied ist, dass man, solange man nicht klickt, von dieser
Aufforderung belästigt wird. Oft so penetrant, dass sich das Fenster
über den Text schiebt, den man lesen will.
„Dann klick doch
einfach“, will der ein oder andere gedankenlose Internetsurfer
vielleicht sagen. Aber so einfach ist das nicht. Ich beispielsweise
habe mir konsequent angewöhnt, aufpoppende Fenster nicht
anzuklicken. Denn man kann nie sicher sein, was so ein Klick auslöst.
Wer weiß schon, ob das Fenster tatsächlich vom Anbieter der Seite
kommt, oder ob nicht – sei es durch einen Hack oder ganz einfach
über eine normale Werbeschnittstelle – von einem böswilligen
Dritten ein Script eingeschleust wurde, dass nur so aussieht wie eine
„offizielle“ Nachfrage und das in Wirklichkeit den Userklick
benötigt, um Malware zu installieren?
Somit reiht sich
die Cookies-Frage unter die Vorfälle ein, in denen von offizieller
Seite ein Userverhalten gefordert und provoziert wird, das
Sicherheitslücken schafft. Und es sind ganz offensichtlich deutsche
Datenschutzbestimmungen und deutsche Datenschutzbeauftragte, die
diese Sicherheitslücken im Netz erzeugen.
Also, vielen Dank
für diesen Beweis der Nützlichkeit von Datenschutz.
Für diesen
neuerlichen Beweis – denn es ist bei Weitem nicht die erste Aktion,
die am Sachverstand der Beteiligten zweifeln lässt. Ich denke
beispielsweise an die Regeln für private Kameras, die vor allem
Kriminelle schützen, aber für den Datenschutz in der Regel so
irrelevant sind wie die Cookie-Abfragen.
Meinem Gefühl
nach werden im deutschen Datenschutz einfach zu viele Luftblasen
produziert, die am Ende niemanden schützen, sondern im Gegenteil
echten Schutz aushebeln – die also mehr Schaden als Nutzen
anrichten. Und das macht es mir schwer, die Akteure auf diesem Gebiet
zu unterstützen. Denn wer will sich schon auf die Seite von
weltfremden Eiferern stellen, die nur Murks produzieren, selbst wenn
ihre Anliegen in der Theorie edel sind?
Wenn es also
heißt, wir brauchen mehr Datenschutz, würde ich dem erst mal
zustimmen. Vor allem aber brauchen wir anderen Datenschutz.
Und vermutlich andere Datenschützer. Denn die falschen Verbündeten
können für eine Sache oft viel schädlicher sein als die Gegner.
Solange es so läuft, wie es läuft, wundert mich jedenfalls nicht,
wenn die Forderung nach Datenschutz von Industrie und Politik
belächelt und vom Verbraucher eher gleichgültig bis genervt
aufgenommen wird.
Dienstag, 4. August 2015
Die netzpolitik.org-Affäre
So schnelllebig ist das Internet, dass Beiträge schon mal veraltet sind, bevor sie veröffentlicht werden. So habe ich heute unterwegs einen Blogbeitrag zur Pressekonferenz unseres Generalbundesanwalts verfasst, mit dem Fazit, dass ein angemessener Abschluss der Affäre ohne Ranges Rücktritt mittlerweile eigentlich undenkbar ist. Kaum bin ich zu Hause und will den Beitrag online stellen - da lese ich, dass Range schon entlassen wurde. Kann ich mir also die ganzen feinsinnigen Ausführungen sparen und nutze die neueste Entwicklung gleich für ein Fazit:
Gut so.
Nicht etwa, weil Range die Arbeit von Journalisten juristisch überprüfen wollte - wenn es bei dem Fall wirklich darum ginge, hätte der Generalbundesanwalt mit seinen Ausführungen sogar recht gehabt. Vielmehr ist Range einfach darum untragbar geworden, weil bei ihm viel zu wenig Sensibilität für die verfassungsrechtlichen Werte erkennbar war, die von seinem Handeln berührt wurden, und weil er immer noch nach Rechtfertigungen suchte, selbst als ihm der Fall längst um die Ohren geflogen war.
Und, letztendlich, wer braucht einen Bundesanwalt, der in nachgewiesenen Spionageakten ausländischer Mächte nicht ermittelt, dafür aber deutsche Bürgerrechtler wegen Landesverrats verfolgt? Es ist vor allem diese Kombination, die ihn viel schlechter dastehen lässt, als jede einzelne Aktion für sich es könnte.
Die von verschiedenen Seiten vorgebrachte Kritik an Justizminister Maas greift hingegen zu kurz und ist jedenfalls wenig geeignet, um Ranges Position zu stärken: Der Vorwurf der "politischen Einflussnahme" verkennt vollkommen, dass schon die Einleitung des Verfahrens von vornherein eine politische Dimension hatte. Und der Hinweis, dass Maas auch schon früher hätte Stellung beziehen und die ganze Affäre hätte verhindern können, ist zwar nicht ganz falsch. Aber wenigstens hat Maas schließlich gehandelt; der Generalbundesanwalt stünde jetzt besser da, wenn er selbst früher Konsequenzen gezogen und nicht erst gewartet hätte, bis sein Dienstherr die Notbremse zieht.
Gelegenheiten für einen geordneten Rückzug gab es genug: Viele der speziellen Umstände, die das Verfahren fragwürdig erschienen ließen, kamen erst im Laufe der Zeit ans Licht. Range hätte die Enthüllungen nutzen können, um die Verantwortung an Verfassungsschutzpräsident Maaßen weiterzureichen - mit der Begründung, das Maaßens Anzeige dem Fall zunächst ein größeres Gewicht zugeschrieben hätte, als bei näherer Betrachtung haltbar sei.
Aber, gut: Wenn es etwas gibt, was Generalbundesanwalt Range in diesem Fall doch noch sympathischer erscheinen lässt, dann wohl der Eindruck, dass er das Spiel mit dem Weiterschieben von Verantwortung einfach nicht so gut beherrscht wie seine Mitakteure auf der Berliner Bühne, die das heiße Eisen letztendlich bei ihm haben liegen lassen.
Gut so.
Nicht etwa, weil Range die Arbeit von Journalisten juristisch überprüfen wollte - wenn es bei dem Fall wirklich darum ginge, hätte der Generalbundesanwalt mit seinen Ausführungen sogar recht gehabt. Vielmehr ist Range einfach darum untragbar geworden, weil bei ihm viel zu wenig Sensibilität für die verfassungsrechtlichen Werte erkennbar war, die von seinem Handeln berührt wurden, und weil er immer noch nach Rechtfertigungen suchte, selbst als ihm der Fall längst um die Ohren geflogen war.
Und, letztendlich, wer braucht einen Bundesanwalt, der in nachgewiesenen Spionageakten ausländischer Mächte nicht ermittelt, dafür aber deutsche Bürgerrechtler wegen Landesverrats verfolgt? Es ist vor allem diese Kombination, die ihn viel schlechter dastehen lässt, als jede einzelne Aktion für sich es könnte.
Die von verschiedenen Seiten vorgebrachte Kritik an Justizminister Maas greift hingegen zu kurz und ist jedenfalls wenig geeignet, um Ranges Position zu stärken: Der Vorwurf der "politischen Einflussnahme" verkennt vollkommen, dass schon die Einleitung des Verfahrens von vornherein eine politische Dimension hatte. Und der Hinweis, dass Maas auch schon früher hätte Stellung beziehen und die ganze Affäre hätte verhindern können, ist zwar nicht ganz falsch. Aber wenigstens hat Maas schließlich gehandelt; der Generalbundesanwalt stünde jetzt besser da, wenn er selbst früher Konsequenzen gezogen und nicht erst gewartet hätte, bis sein Dienstherr die Notbremse zieht.
Gelegenheiten für einen geordneten Rückzug gab es genug: Viele der speziellen Umstände, die das Verfahren fragwürdig erschienen ließen, kamen erst im Laufe der Zeit ans Licht. Range hätte die Enthüllungen nutzen können, um die Verantwortung an Verfassungsschutzpräsident Maaßen weiterzureichen - mit der Begründung, das Maaßens Anzeige dem Fall zunächst ein größeres Gewicht zugeschrieben hätte, als bei näherer Betrachtung haltbar sei.
Aber, gut: Wenn es etwas gibt, was Generalbundesanwalt Range in diesem Fall doch noch sympathischer erscheinen lässt, dann wohl der Eindruck, dass er das Spiel mit dem Weiterschieben von Verantwortung einfach nicht so gut beherrscht wie seine Mitakteure auf der Berliner Bühne, die das heiße Eisen letztendlich bei ihm haben liegen lassen.
Dienstag, 28. Juli 2015
50.000 Stunden sind verdammt kurz
Jetzt ist es soweit: Meine erste LED-Glühbirne ist kaputt. Die am meisten genutzte im Wohnzimmer, die jeden Tag zwar meist nur einmal eingeschaltet wurde, dann aber lange brannte. Etwa zwei Jahre lang hat sie das ausgehalten.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Lebensdauer der Hersteller für dieses Modell versprochen hat. Aber 50.000 Stunden Betriebsdauer sind ja so ziemlich das Minimum. Wie genau man diese Zeitspanne in zwei Jahre packen kann, ist mir nicht so ganz klar - aber die Firma wird schon ein paar Mathematiker beschäftigen, die mir das erklären könnten.
Also, kurz gesagt: Von den Haltbarkeits-Versprechen der neuen energiesparenden Lampen bleibt in der Praxis nicht viel übrig. Die "normalen" Energiesparlampen fielen sogar im Monatstakt aus und hielten im Durchschnitt kaum ein Jahr. Ob die Stromersparnis in der kurzen Zeit den höheren Kaufpreis ausgleichen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich bezweifle ehrlich gesagt sogar, dass man damit Energie spart. Die Herstellung und der Materialbedarf sind bei den neuen Birnen doch um einiges höher als bei "klassischen" Glühlampen; genau wie der Aufwand für die Müllentsorgung. Und wenn sie dann genauso schnell kaputtgehen ...
Nun, eigentlich will ich nicht motzen. LEDs halten zumindest in etwa ebenso lang wie die alten Glühbirnen. Sie sind sofort hell, wenn ich sie einschalte, sie verlieren nicht so rasch an Leuchtkraft wie die einfachen "Energiesparlampen" und ich muss mir auch keine Sorgen um Quecksilbervergiftungen machen.
Spötter mögen einwenden, dass damit alles wieder genauso ist, wie es mit den ganz alten Glühbirnen schon war, nur halt zehn- bis zwanzigmal so teuer pro Leuchtmittel. Aber, wie gesagt: mit LED kann ich ganz gut leben. Und es war die erste Birne, die kaputtging - da bleibt die Hoffnung, dass es im Durchschnitt noch besser wird.
Aber ein wenig enttäuscht bin ich nach den hochtrabenden Versprechungen zur Lebensdauer jetzt doch.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Lebensdauer der Hersteller für dieses Modell versprochen hat. Aber 50.000 Stunden Betriebsdauer sind ja so ziemlich das Minimum. Wie genau man diese Zeitspanne in zwei Jahre packen kann, ist mir nicht so ganz klar - aber die Firma wird schon ein paar Mathematiker beschäftigen, die mir das erklären könnten.
Also, kurz gesagt: Von den Haltbarkeits-Versprechen der neuen energiesparenden Lampen bleibt in der Praxis nicht viel übrig. Die "normalen" Energiesparlampen fielen sogar im Monatstakt aus und hielten im Durchschnitt kaum ein Jahr. Ob die Stromersparnis in der kurzen Zeit den höheren Kaufpreis ausgleichen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich bezweifle ehrlich gesagt sogar, dass man damit Energie spart. Die Herstellung und der Materialbedarf sind bei den neuen Birnen doch um einiges höher als bei "klassischen" Glühlampen; genau wie der Aufwand für die Müllentsorgung. Und wenn sie dann genauso schnell kaputtgehen ...
Nun, eigentlich will ich nicht motzen. LEDs halten zumindest in etwa ebenso lang wie die alten Glühbirnen. Sie sind sofort hell, wenn ich sie einschalte, sie verlieren nicht so rasch an Leuchtkraft wie die einfachen "Energiesparlampen" und ich muss mir auch keine Sorgen um Quecksilbervergiftungen machen.
Spötter mögen einwenden, dass damit alles wieder genauso ist, wie es mit den ganz alten Glühbirnen schon war, nur halt zehn- bis zwanzigmal so teuer pro Leuchtmittel. Aber, wie gesagt: mit LED kann ich ganz gut leben. Und es war die erste Birne, die kaputtging - da bleibt die Hoffnung, dass es im Durchschnitt noch besser wird.
Aber ein wenig enttäuscht bin ich nach den hochtrabenden Versprechungen zur Lebensdauer jetzt doch.
Sonntag, 26. Juli 2015
PC schrauben
Linda hat mir irgendwann mal einen Beitrag auf Facebook gezeigt: "Clinton und Bush kandidieren für die Präsidentschaft - Der neue Teil von Jurassic Park steht an der Spitze der Kinocharts - der neue Terminator ist angekündigt ... in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich?"
Wie wahr, wie wahr, kann ich nur sagen. Die 90er sind zurück. Auch in der Computerwelt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Computerei in den 90ern. Beispielsweise an die damaligen Windows-Versionen. Windows war seinerzeit nur eine grafische Oberfläche für DOS, und wenn man mal ein echtes Problem hatte und wirklich ernsthaft was an der Technik einstellen wollte, dann wechselte man auf die Kommandozeile. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Erscheinen von Windows XP: Zum ersten Mal konnte ich wirklich alles in den Menüs einstellen, und von Stund habe ich nie wieder eine Befehlszeile eingetippt.
Bis zum letzten Jahr. Mein erstes Problem mit Windows 8, ich suche im Internet nach Tipps, und die einzig funktionierende Lösung lautete: "Rufen Sie die Kommandozeile auf und tippen Sie ein ..."
Ja, die 90er Jahre sind in der Tat zurück.
Da ist es nur konsequent, wenn ich einen weiteren Brauch der 90er wiederbelebe und meinen PC selbst zusammenschraube. Das habe ich früher immer gemacht, weil man nur so ein optimales System bekam und auch noch das letzte Quäntchen Leistung aus der Hardware kitzeln konnte.
So um das Jahr 2000 hatte ich allerdings das erste Mal einen Rechner hier stehen, bei dem ich mir dachte: So, das reicht. Alles läuft perfekt. Schneller muss nicht sein. Und von da an konnte ich mir Fertig-PCs kaufen, weil die auch bei nicht optimaler Konfiguration locker ausreichten, meine Bedürfnisse zu erfüllen.
Und, ehrlich gesagt: Ich hatte auch so langsam die Schnauze voll von der Bastelei.
Auf die Gründe, warum ich jetzt doch wieder damit anfange, gehe ich vielleicht noch mal genauer an. Kurz gesagt, ich wollte was ganz spezielles, die Fertiglösungen waren alle so nachlässig zusammengestellt, das locker 25% Prozent Leistung verschenkt wurden, und da sagte ich mir: Das muss nicht sein.
Also, die perfekt passenden Einzelteile bestellt, gestern angekommen. Und der Zusammenbau begann.
Nach vier Stunden Schrauberei weiß ich jetzt wieder, warum ich damit aufgehört habe. Der Teufel steckt im Detail. So erinnere ich mich beispielsweise gut, dass das Einstecken der RAM-Riegel immer ein wenig heikel war. Auf einer Seite rasten sie ein, auf der anderen Seite wollen sie nicht recht, und zu fest drücken will man ja auch nicht.
Da war ich froh, als diesmal auf dem Mainboard zwei Hebel pro Speicherstick angeboten wurden, um sie einrasten zu lassen. Der Hersteller bot sogar ein Video an, wie es geht, deutlich sichtbar darin: ein Hebel auf jeder Seite. Auf dem Board tatsächlich vorhanden: nur ein Hebel. Ärgern, andere Videos suchen, feststellen: Der Hersteller hat nur ein Standardvideo für alle Boards, und meins ist offensichtlich das Einzige, das nur einseitig Hebel hat. Also, dieselbe RAMfrickelei wie vor 15 Jahren :-/
Einbau des Boards im Gehäuse: Ich setze das Board an die Blende für die Anschlüsse, und die Löcher liegen einen halben Zentimeter hinter den Gewinden. Also, wieder raus, gucken, feststellen: Es gibt noch einen zweiten Vorsatz, um die Blende für die Anschlüsse einen halben Zentimeter weiter außen zu montieren. Gesagt getan. Ziemliche Fummelei, passt nicht ganz, ist aber schließlich geschafft. Board wieder rein und ... passt beim besten Willen nicht an die Blende. Blende wieder raus, so eingesetzt wie beim ersten Mal, Board wieder rein ... und plötzlich passt es. Warum???
Na, egal. Irgendwann war ich endlich fertig. Ich schraube alles zu. Entdecke hinten an den Grafikanschlüssen noch Schutzkappen. Als ich sie testweise abziehen will, bemerke ich: Die Schutzkappen am HDMI-Anschluss ist so beschaffen, dass man sie nach Einbau des Boards nicht abkriegt, weil sich eine rechteckige Kappe nun mal nicht durch eine sechseckige Öffnung ziehen lässt. Darum, das Board noch mal raus, Kappen abziehen, wieder rein ...
Und so weiter.
Seufz.
Also, alles wie früher. Die eigentlich heiklen Aktionen klappen problemblos. Aber dann hält man sich ewig an Kleinigkeiten auf, einfach weil etwas nicht ganz passt, weil die Anleitung nicht stimmt, weil ein Hersteller irgendwo nicht nachgedacht hat. Vermeidbare Verzögerungen.
Wie auch immer. Jetzt bin ich fertig. Im Prinzip. Der Computer läuft allerdings immer noch nicht, schlicht, weil ich feststellen musste, dass mir doch noch ein paar Kabel und Abstandshalter fehlen. Die sind nachbestellt, und in drei Tagen kann ich hoffentlich die letzten Anschlüsse stecken und das Ding endlich testen.
Und bis dahin meine Rückenschmerzen kurieren.
Und meine Nostalgie pflegen. Denn an so was erinnere ich mich gut.
Genauso waren sie, die 90er ...
Und sie sind wieder da.
Wie wahr, wie wahr, kann ich nur sagen. Die 90er sind zurück. Auch in der Computerwelt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Computerei in den 90ern. Beispielsweise an die damaligen Windows-Versionen. Windows war seinerzeit nur eine grafische Oberfläche für DOS, und wenn man mal ein echtes Problem hatte und wirklich ernsthaft was an der Technik einstellen wollte, dann wechselte man auf die Kommandozeile. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Erscheinen von Windows XP: Zum ersten Mal konnte ich wirklich alles in den Menüs einstellen, und von Stund habe ich nie wieder eine Befehlszeile eingetippt.
Bis zum letzten Jahr. Mein erstes Problem mit Windows 8, ich suche im Internet nach Tipps, und die einzig funktionierende Lösung lautete: "Rufen Sie die Kommandozeile auf und tippen Sie ein ..."
Ja, die 90er Jahre sind in der Tat zurück.
Da ist es nur konsequent, wenn ich einen weiteren Brauch der 90er wiederbelebe und meinen PC selbst zusammenschraube. Das habe ich früher immer gemacht, weil man nur so ein optimales System bekam und auch noch das letzte Quäntchen Leistung aus der Hardware kitzeln konnte.
So um das Jahr 2000 hatte ich allerdings das erste Mal einen Rechner hier stehen, bei dem ich mir dachte: So, das reicht. Alles läuft perfekt. Schneller muss nicht sein. Und von da an konnte ich mir Fertig-PCs kaufen, weil die auch bei nicht optimaler Konfiguration locker ausreichten, meine Bedürfnisse zu erfüllen.
Und, ehrlich gesagt: Ich hatte auch so langsam die Schnauze voll von der Bastelei.
Auf die Gründe, warum ich jetzt doch wieder damit anfange, gehe ich vielleicht noch mal genauer an. Kurz gesagt, ich wollte was ganz spezielles, die Fertiglösungen waren alle so nachlässig zusammengestellt, das locker 25% Prozent Leistung verschenkt wurden, und da sagte ich mir: Das muss nicht sein.
Also, die perfekt passenden Einzelteile bestellt, gestern angekommen. Und der Zusammenbau begann.
Nach vier Stunden Schrauberei weiß ich jetzt wieder, warum ich damit aufgehört habe. Der Teufel steckt im Detail. So erinnere ich mich beispielsweise gut, dass das Einstecken der RAM-Riegel immer ein wenig heikel war. Auf einer Seite rasten sie ein, auf der anderen Seite wollen sie nicht recht, und zu fest drücken will man ja auch nicht.
Da war ich froh, als diesmal auf dem Mainboard zwei Hebel pro Speicherstick angeboten wurden, um sie einrasten zu lassen. Der Hersteller bot sogar ein Video an, wie es geht, deutlich sichtbar darin: ein Hebel auf jeder Seite. Auf dem Board tatsächlich vorhanden: nur ein Hebel. Ärgern, andere Videos suchen, feststellen: Der Hersteller hat nur ein Standardvideo für alle Boards, und meins ist offensichtlich das Einzige, das nur einseitig Hebel hat. Also, dieselbe RAMfrickelei wie vor 15 Jahren :-/
Einbau des Boards im Gehäuse: Ich setze das Board an die Blende für die Anschlüsse, und die Löcher liegen einen halben Zentimeter hinter den Gewinden. Also, wieder raus, gucken, feststellen: Es gibt noch einen zweiten Vorsatz, um die Blende für die Anschlüsse einen halben Zentimeter weiter außen zu montieren. Gesagt getan. Ziemliche Fummelei, passt nicht ganz, ist aber schließlich geschafft. Board wieder rein und ... passt beim besten Willen nicht an die Blende. Blende wieder raus, so eingesetzt wie beim ersten Mal, Board wieder rein ... und plötzlich passt es. Warum???
Na, egal. Irgendwann war ich endlich fertig. Ich schraube alles zu. Entdecke hinten an den Grafikanschlüssen noch Schutzkappen. Als ich sie testweise abziehen will, bemerke ich: Die Schutzkappen am HDMI-Anschluss ist so beschaffen, dass man sie nach Einbau des Boards nicht abkriegt, weil sich eine rechteckige Kappe nun mal nicht durch eine sechseckige Öffnung ziehen lässt. Darum, das Board noch mal raus, Kappen abziehen, wieder rein ...
Und so weiter.
Seufz.
Also, alles wie früher. Die eigentlich heiklen Aktionen klappen problemblos. Aber dann hält man sich ewig an Kleinigkeiten auf, einfach weil etwas nicht ganz passt, weil die Anleitung nicht stimmt, weil ein Hersteller irgendwo nicht nachgedacht hat. Vermeidbare Verzögerungen.
Wie auch immer. Jetzt bin ich fertig. Im Prinzip. Der Computer läuft allerdings immer noch nicht, schlicht, weil ich feststellen musste, dass mir doch noch ein paar Kabel und Abstandshalter fehlen. Die sind nachbestellt, und in drei Tagen kann ich hoffentlich die letzten Anschlüsse stecken und das Ding endlich testen.
Und bis dahin meine Rückenschmerzen kurieren.
Und meine Nostalgie pflegen. Denn an so was erinnere ich mich gut.
Genauso waren sie, die 90er ...
Und sie sind wieder da.
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